Redaktion Wintergarten Bochum · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026
Die Faustformel vorweg: Wer die Terrassensaison verlängern will, wählt den unbeheizten Kaltwintergarten – Einstieg bei 4.500 € für 3×3 m, bis 30 m² in NRW meist ohne Genehmigungsverfahren. Wer ein zusätzliches Zimmer für das ganze Jahr sucht, braucht den beheizten Wohnwintergarten – als Komplettpaket ab 30.000 € für 4×3 m, dafür mit voller Wohnflächen-Anrechnung.
Noch unentschieden zwischen den beiden Typen?
Schildern Sie uns kurz Ihre Terrasse und Ihre Pläne – wir sagen ehrlich, welcher Typ sich für Sie rechnet.
Beide Typen bauen wir in Bochum regelmäßig – und beide haben ihre Berechtigung. Der preiswerte Einstieg läuft über den Kaltwintergarten in Bochum: ein unbeheizter Glasvorbau, der Regen und Wind draußen hält und die Gartensaison um Monate streckt. Das Kontrastprogramm ist der Wohnwintergarten, ein wärmegedämmtes Glaszimmer mit Heizung, das im Februar genauso einladend ist wie im Juli. Dieser Ratgeber stellt beide Konzepte Kriterium für Kriterium gegenüber, damit Sie nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Nutzung und Budget entscheiden.
Worin sich die Typen unterscheiden
Technisch trennt die beiden Welten vor allem die thermische Hülle. Beim Kaltwintergarten genügt einfache Verglasung mit einem U-Wert um ~5,8–6,0 W/(m²K) – der Raum soll Wetter abhalten, nicht Wärme speichern. Der Wohnwintergarten arbeitet dagegen mit Wärmeschutzglas: zweifach verglast bei ~1,0–1,3 W/(m²K), dreifach bei ~0,5–0,7 W/(m²K) – nur so bleibt der Raum im Winter effizient beheizbar (U-Werte: energie-experten.org).
Aus der Hülle folgt die Technik: Der warme Typ braucht eine feste Heizung, kontrollierte Lüftung, wirksame Beschattung und einen gedämmten Unterbau – der kalte Typ kommt mit Lüftungsklappen und optionaler Beschattung aus. Deshalb unterscheiden sich die beiden nicht um ein paar Prozent im Preis, sondern um ein Vielfaches.
Die Vergleichstabelle
| Kriterium | Kaltwintergarten | Wohnwintergarten |
|---|---|---|
| Nutzungszeit | Frühjahr bis Herbst, frostfreier Schutzraum im Winter | Alle zwölf Monate als vollwertiges Zimmer |
| Verglasung (Ug-Wert) | Einfachglas, ~5,8–6,0 W/(m²K) | Zweifach ~1,0–1,3 W/(m²K) oder dreifach ~0,5–0,7 W/(m²K) |
| Technik | Lüftungsklappen, optional Beschattung | Heizung, Lüftung, Beschattung, gedämmter Unterbau |
| Preis je m² | 500–900 € (Basis), 1.200–1.500 € (Premium) | 2.500–4.000 € (Komplettpreis) |
| Einstiegspreis | ab 4.500 € (3×3 m, Basis) | ab 30.000 € (4×3 m, komplett) |
| Genehmigung (NRW) | Bis 30 m² unter Bedingungen verfahrensfrei (§ 62 Abs. 1 Nr. 1g BauO NRW 2018) | In aller Regel genehmigungspflichtig |
| Wohnflächen-Anrechnung | 50 % (§ 4 Abs. 4 Nr. 1 WoFlV, unbeheizbare Wintergärten) | 100 % (allgemeine Raumregel der WoFlV bei ≥ 2 m lichter Höhe, wie bei Wohnwintergärten praktisch immer gegeben) |
Zur Verfahrensfreiheit im Detail: Ein unbeheizter Kaltwintergarten bis 30 m² Brutto-Grundfläche ist in NRW verfahrensfrei, sofern er an ein Gebäude der Gebäudeklasse 1–3 angebaut wird, mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze einhält und nicht im bauplanungsrechtlichen Außenbereich liegt. Ein beheizter Wohnwintergarten überschreitet in aller Regel die Kriterien der Verfahrensfreiheit und benötigt eine Baugenehmigung. (Quelle: bauportal.nrw). Wohnflächen-Quoten nach § 4 WoFlV. Preise: Stand 2026-07-24.
Wann der Kaltwintergarten genügt
Der unbeheizte Typ passt immer dann, wenn Ihre Wunschliste so aussieht: länger draußen sitzen, ohne zu frieren oder nass zu werden; Kübelpflanzen sicher durch die kalten Monate bringen; Gartenmöbel und Grillplatz dauerhaft geschützt wissen – und das alles mit überschaubarem Budget und minimalem Verwaltungsaufwand. Gerade an Bestandshäusern in Bochum, etwa den Siedlungshäusern in Werne oder Langendreer, ist der Kaltwintergarten oft in wenigen Tagen montiert, weil bis 30 m² meist kein Genehmigungsverfahren ansteht.
Seine Grenze erreicht der kalte Glasraum bei zweistelligen Minusgraden genauso wie an nasskalten Januarabenden: Ohne Heizung und Dämmung folgt die Temperatur im Anbau der Witterung. Als Esszimmer-Ersatz im Winter taugt er nicht – das sollte niemand erwarten, der ihn kauft.
Wann es der Wohnwintergarten sein sollte
Sobald der Anbau echte Wohnaufgaben übernehmen soll – Essplatz, Arbeitszimmer, Lieblingssessel mit Gartenblick an 365 Tagen –, führt kein Weg am beheizten, wärmegedämmten Wohnwintergarten vorbei. In den Einfamilienhauslagen des Bochumer Südens, von Stiepel bis Weitmar, ist er die konsequente Art, Wohnfläche mit Panoramablick zu schaffen, ohne klassisch anzubauen.
Dazu kommt das Immobilien-Argument: Der beheizte Anbau zählt zu 100 % (allgemeine Raumregel der WoFlV bei ≥ 2 m lichter Höhe, wie bei Wohnwintergärten praktisch immer gegeben) zur Wohnfläche, der unbeheizte nur zu 50 % (§ 4 Abs. 4 Nr. 1 WoFlV, unbeheizbare Wintergärten) (§ 4 WoFlV). Wer langfristig denkt, bekommt beim warmen Typ also nicht nur Komfort, sondern auch anrechenbare Quadratmeter – ausführlich nachzulesen im Ratgeber Wintergarten Wohnfläche.
Faustregel: Terrassensaison verlängern: Kaltwintergarten. Ganzjahres-Zimmer gewinnen: Wohnwintergarten. Dazwischen entscheidet das Budget – nicht der Katalog.
Preisvergleich nach Größe
Die folgende Tabelle rechnet beide Typen über die gängigen Formate durch – links die Basis-Ausführung des Kaltwintergartens, rechts der Wohnwintergarten als Komplettpreis samt Fundament, Heizung, Lüftung, Beschattung und Genehmigung:
| Fläche | Kaltwintergarten (Basis) | Wohnwintergarten (komplett) |
|---|---|---|
| 9 m² | 4.500 € – 8.100 € | 22.500 € – 36.000 € |
| 12 m² | 6.000 € – 10.800 € | 30.000 € – 48.000 € |
| 15 m² | 7.500 € – 13.500 € | 37.500 € – 60.000 € |
| 20 m² | 10.000 € – 18.000 € | 50.000 € – 80.000 € |
Lineare Richtwerte aus den m²-Sätzen (500–900 €/m² Kalt-Basis, 2.500–4.000 €/m² Wohn-Komplett), Stand 2026-07-24. Ihre persönliche Spanne liefert der Wintergarten-Konfigurator.
Wichtig beim Lesen der Zahlen: Die Wohnwintergarten-Spanne ist ein echter Komplettpreis – wer ihn mit einem nackten Konstruktionspreis vergleicht, vergleicht Äpfel mit Bauteillisten. Die Premium-Stufe des kalten Typs – Schiebeelemente, 8 mm Sicherheitsglas, LED-Licht – liegt zwischen beiden Welten bei 1.200–1.500 €/m².
Genehmigung & Wohnfläche
Rechtlich laufen die beiden Typen in Bochum auf getrennten Gleisen: Der unbeheizte Kaltwintergarten bleibt unter den genannten Bedingungen bis 30 m² verfahrensfrei – einzuhalten sind dabei trotzdem Abstandsflächen und Bebauungsplan. Ein beheizter Wohnwintergarten überschreitet in aller Regel die Kriterien der Verfahrensfreiheit und benötigt eine Baugenehmigung. Ansprechpartner für den Bauantrag ist das Bochumer Bauordnungsamt; alle Einzelheiten samt Unterlagenliste haben wir im Ratgeber Wintergarten Baugenehmigung NRW zusammengetragen.
Bei der Wohnfläche spiegelt sich dieselbe Zweiteilung: hälftige Anrechnung für den unbeheizten, volle Anrechnung für den beheizten Anbau. Wer vermieten oder später verkaufen will, sollte diesen Unterschied früh in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einpreisen.
Erst kalt, später warm?
Der Gedanke liegt nahe: günstig mit dem kalten Typ starten und bei Bedarf aufrüsten. Ganz so glatt läuft es selten – die Nachrüstung auf Wohnniveau verlangt Wärmeschutzverglasung, gedämmte Profile, meist einen ertüchtigten Unterbau und eine feste Heizung. Trägt die Bestandskonstruktion das nicht, wird aus dem Upgrade wirtschaftlich ein Neubau. Dazu wechselt das Vorhaben mit der Beheizung in die Genehmigungspflicht.
Unsere Empfehlung deshalb: Treffen Sie die Kalt-oder-Warm-Entscheidung vor dem ersten Angebot – und wenn das Warm-Szenario realistisch ist, planen Sie Fundament und Statik von Beginn an dafür. Das kostet heute wenig Aufpreis und erspart morgen den Abriss.
Vier Fragen zur Entscheidung
- Wann sitzen Sie dort? Von April bis Oktober: kalt. Auch an Wintertagen: warm.
- Was darf es kosten? Unter 20.000 € führt der Weg praktisch immer zum Kaltwintergarten; das Komplettpaket des warmen Typs beginnt bei 30.000 €.
- Zählt die Wohnfläche? Wer Miete oder Verkaufswert im Blick hat, profitiert von der vollen Anrechnung des beheizten Anbaus.
- Wie viel Verfahren wollen Sie? Verfahrensfrei bis 30 m² spricht für kalt – der Bauantrag des warmen Typs ist machbar, braucht aber Vorlauf und Unterlagen.
Bleibt es unentschieden, hilft Rechnen: Der Wintergarten-Konfigurator stellt beide Typen in zwei Minuten mit Ihren Maßen gegenüber.
Häufige Fragen zur Wahl zwischen kalt und warm
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen Kalt- und Wohnwintergarten?
Der Kaltwintergarten ist ein unbeheizter, einfach verglaster Schutzraum für die Saison von Frühjahr bis Herbst, der Wohnwintergarten ein gedämmtes, fest beheiztes Zimmer für alle zwölf Monate. Aus diesem einen Unterschied folgt fast alles Weitere: die Verglasungsqualität, der technische Aufwand für Heizung und Lüftung, der Preisabstand und die Frage, ob eine Baugenehmigung nötig wird.
Wie weit liegen die beiden Typen preislich auseinander?
Grob eine Größenordnung: Der Kaltwintergarten startet in Basis-Ausführung bei 500–900 €/m², der Wohnwintergarten liegt als Komplettpaket mit Fundament, Heizung, Lüftung, Beschattung und Genehmigung bei 2.500–4.000 €/m². Bei 12 m² bedeutet das etwa 6.000 € gegenüber 30.000 € als jeweilige Untergrenze – der Aufpreis kauft Wärmedämmung, Haustechnik und Ganzjahresnutzung ein.
Ist für einen Kaltwintergarten in Bochum ein Bauantrag nötig?
Häufig nicht: In NRW bleibt der unbeheizte Kaltwintergarten bis 30 m² Brutto-Grundfläche verfahrensfrei, sofern das Haus zur Gebäudeklasse 1–3 gehört, 3 m Grenzabstand gewahrt sind und das Grundstück nicht im Außenbereich liegt (§ 62 Abs. 1 Nr. 1g BauO NRW 2018). Verfahrensfrei bedeutet allerdings nicht regellos – Abstandsflächen und Bebauungsplan bleiben verbindlich. Der beheizte Wohnwintergarten kommt dagegen fast nie ohne Baugenehmigung aus.
Kann aus dem Kaltwintergarten später ein Wohnwintergarten werden?
Grundsätzlich ja, aber selten zum Schnäppchenpreis: Für die Ganzjahresnutzung müssen Verglasung, Profile und meist auch der Unterbau auf Wärmeschutzniveau gebracht und eine feste Heizung installiert werden – bei leichten Bestandskonstruktionen läuft das auf einen weitgehenden Neuaufbau hinaus. Zudem wandelt die Nachrüstung den Anbau rechtlich in ein genehmigungspflichtiges Vorhaben. Wer das Warm-Szenario ernsthaft erwägt, plant es besser von Beginn an mit ein.
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